IN DEN LETZTEN ZWEI KURVEN DURCHGEREICHT

Bis kurz vor Schluss liegt Tom Lüthi im GP von Österreich auf Rang 2 — dann wird er Vierter.

Lange sah es aus, als würde der 29-jährige Emmentaler Tom Lüthi im GP von Österreich souverän seinen 44. Podestplatz in seinem 226. Rennen herausfahren können. Zusammen mit Weltmeister Johann Zarco, der seinen fünften  Saisonsieg feierte (total 14 Triumphe), war Lüthi der stärkste Fahrer in der Spitzengruppe. Doch der Italiener Franco Morbidelli preschte zwei Kurven vor Schluss am 125er-Weltmeister von 2005 vorbei und sicherte sich als Zweiter seinen dritten Podestplatz in diesem Jahr. In der letzten Kurve drängte auch noch der Spanier Alex Rins den Schweizer vom Podest. In der WM baute Zarco damit seine Führung nach dem zehnten von 18 Saisonrennen aus. Der 26-Jährige hat mit 176 Zählern jetzt 44 Punkte Vorsprung auf Rins und 55 Punkte auf den Briten Sam Lowes, der im Rennen gleich zweimal stürzte. Lüthi liegt mit 106 Punkten auf dem 4. Rang. «Klar bin ich enttäuscht», sagt Lüthi. «Zarco hat mich erst unter Gelber Flagge überholt, und ich erwartete eine Reaktion von der Rennleitung. Zarco hätte mir den Platz zurückgeben müssen. Aber passiert ist nichts. Dennoch ziehe ich den Hut vor ihm. Er war heute klar der Schnellste.» Zum Duell mit Morbidelli sagte Lüthi: «Es war hart, aber im Bereich der Fairness.» Nach dem Warm-up am Morgen habe er einige Zweifel gehabt, so der Berner. Doch im Rennen habe die Abstimmung dann perfekt gepasst. «Ich konnte so spät bremsen, wie ich es in den GPs zuvor nicht mehr gewagt hätte. In der vorletzten Kurve berührte meine Schulter die Verkleidung von Morbidellis Maschine, ich war aussen und hätte ein Maximum an Speed auf die Zielgerade mitnehmen können. Aber als ich mich hinter die Verschalung klemmen wollte, ist plötzlich von hinten Rins gekommen. Ich wusste nicht, dass er so nah dran war. Wir haben uns berührt, und dann war der Podestplatz verloren.» Ebenfalls in die WM-Punkte fuhr Dominique Aegerter als Zehnter mit 13 Sekunden Rückstand. Jesko Raffin und Robin Mulhauser belegten am Ende des Feldes die Ränge 24 und 25.


Ducati-Doppelsieg
Erstmals seit Oktober 2010 gab es wieder einen Ducati-Erfolg. Die beiden Italiener Andrea Iannone und Andrea Dovizioso feierten für den italienischen Hersteller einen ungefährdeten Doppelsieg. Letztmals war der Australier Casey Stoner beim GP von Australien auf Ducati erfolgreich und hatte auch 2007 den letzten WM-Titel für die Traditionsmarke errungen. Hinter dem Duo überquerten die beiden Yamaha-Werkfahrer mit Weltmeister Jorge Lorenzo und Valentino Rossi die Ziellinie mit über zwei Sekunden Rückstand. WM-Leader Marc Marquez auf Honda wurde Fünfter. In der Gesamtwertung führt nach 10 von 18 Saisonrennen Marquez mit 181 Punkten vor Lorenzo mit 138 und Rossi mit 124 Punkten.


«Fluch der Pole-Position»
In der Moto3 hat Joan Mir den «Fluch der Pole-Position» besiegt. Der Spanier gewann mit seinem Premieren-Triumph als erster Fahrer nach 14 Rennen (Enea Bastianini im vergangenen September in Misano) vom besten Startplatz aus auch das Rennen. Er war um 0.279 Sekunden schneller als Brad Binder. Der Südafrikaner baute seine WM-Führung mit 179 Punkten deutlich aus und profitierte davon, dass der Zweite, Jorge Navarro (112 P.), stürzte und der Dritte, Romano Fenati (93 P.), von Valentino Rossis Team Sky VR46 wegen eines Ausrasters nach dem Qualifying intern suspendiert wurde.