NEUHEITEN: AUTOSALON PARIS: 1.–16.10.2016

Der Autosalon Paris steht im jährlichen Wechsel mit der IAA im Herbst der geraden Jahreszahlen auf dem Messekalender.

Die im Jahr 1898 erstmals auf der «Terrasse des Jardins des Tuileries» durchgeführte «Mondial de l’Automobile» öffnet vom 1. bis 16. Oktober 2016 ihre Tore in den Hallen der «Paris expo Porte de Versailles» bei Paris (F). Damals lockten 232 Fahrzeuge rund 140 000 Besucher an. 2008, also 110 Jahre später, wurde mit 1 432 972 Besuchern der bisherige Rekord gezählt.

Wer ist dabei?
Freuen darf man sich am Pariser Autosalon auf Marken wie Abarth, Alfa Romeo, AMG, Audi, BMW, Citroën, Dacia, Ferrari, ­Fiat, Honda, Hyundai, Infiniti, Isuzu, Jaguar, Jeep, Land Rover, Lexus, Maserati, Mercedes, Mini, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, Seat, Škoda, Smart, SsangYong, Tesla, Toyota und Volkswagen.

Und wer bleibt fern?
Da Volvo schon vor über einem Jahr angekündigt hatte, sein Engagement in Sachen Automessen deutlich zu reduzieren, bleibt er Paris fern, will aber im Frühling 2017 nach Genf kommen. Auch Lamborghini, Bentley, Ford und Rolls-Royce glänzen an der Messe in der Stadt an der Seine leider durch Abwesenheit.

Viel Neues und Heisses
Sehen Sie hier ein paar der aufsehenerregendsten Neuheiten in Paris 2016.

 

Mini Clubman JCW

Ein Kart mit sechs Türen? Ja, in der Tat: John Cooper Works wagt sich an den Mini Clubman. Mit serienmässigem Allradantrieb und dem 4-Zylinder-Turbo mit 231 PS und 350 Nm bringt der JCW das Rüstzeug für sportliches Vorwärtskommen mit. Getriebeseitig ist in der sportlichsten Variante des Clubman ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder eine 8-Gang-Automatik verbaut. Letztere ist um eine Launch Control erweitert worden, was die Zeit für den Sprint von 0 auf 100 km/h auf 6.3 s senkt. Ausserdem ist das Getriebe mit dem Navi gekoppelt, sodass die Schaltpunkte spezifisch und vorausschauend gewählt werden können. Natürlich darf der JCW-typische Sound aus dem neu entwickelten Klappenauspuff nicht fehlen. Auch der Innenraum setzt auf Sport mit Halbschalensitzen, Lederlenkrad und Alu-Pedalerie.

 

Mercedes E-Klasse All-Terrain

Nachdem Limousine und Kombi der E-Klasse vorgestellt wurden, folgt jetzt der dritte Streich: der All-Terrain. Mit angedeutetem Unterfahrschutz, schwarzen Kunststoff-Applikationen an den Radläufen, Allradantrieb und vergrösserter Bodenfreiheit setzt der All-Terrain auf die bekannten Merkmale für Offroad-Kombis. Um die Geländefähigkeit zu verbessern, wurde das Fahrzeug um 29 mm höhergelegt (15 mm durch das Fahrwerk und 14 mm durch den Einsatz von höheren Reifen). Ergänzend erhält die Fahrprogramm-Wahl einen Offroad-Modus, ähnlich demjenigen des GLE. Eingeführt wird der E-Klasse All-Terrain Anfang 2017 in der Version E220 d 4Matic (194 PS) mit dem neuen Vierzylinder-Dieselmotor und einem Sechszylinder-Diesel. Beide sind an einen 9-Gang-Automaten gekoppelt.

 

Opel Karl Rocks

Der Opel Karl Rocks ergänzt seinen «grossen» Bruder, den Adam Rocks, im Line-up der allwegtauglichen Kleinwagen. Der neue Karl Rocks bringt gewisse Anpassungen mit sich, wie sie bei Modelllinien dieser Art üblich sind. Dazu zählen unter anderem eine erhöhte Sitzposition für ­eine bessere Rundumsicht und angenehmeren Ein- und Ausstieg. In der Aussenansicht hebt sich der Karl Rocks durch silberfarbene Dachreling, spezifische Front- und Heckschürze und Kunststoff-Radläufe um die 15-Zoll-Bicolor-Felgen von seinem zahmeren Bruder ab. Auch die technische Seite blieb nicht unangetastet. So hat Opel die Bodenfreiheit des kleinen Karl vergrössert und ihn um 18 mm höhergelegt. Dank diesen Modifikationen ist der Karl Rocks gerüstet für Ausflüge in den Dschungel … der Grossstadt.

 

Alfa Romeo Giulia Veloce

Die Familie Giulia wächst weiter: Zwischen der ganz sportlichen Version Quadrifoglio Verde und der gutbürgerlichen mit dem Dieselmotor platziert Alfa Romeo nun die Giulia Veloce. Für die neue Limousine kündigt Alfa zwei Motorvarianten an, und zwar einerseits den 2.0 Multiair mit 280 PS bei 5250/min und 400 Nm bei 2250/min sowie einen weiteren Dieselmotor mit 2.2 l Hubraum, 210 PS und 470 Nm. Beide sind an eine 8-Stufen-Automatik gekoppelt und auf Wunsch auch mit Allradantrieb erhältlich. Weitere Kennzahlen zu den Fahrleistungen gibt es aus Turin noch nicht, aber die bekannten Daten – und vor allem der Allradantrieb – sollten für den einen oder anderen Schweizer Käufer ganz interessant klingen, auch wenn es der Giulia Veloce nicht ganz zum Jäger des Audi S4 reichen wird.

 

Smart fortwo/forfour Electric Drive

Smart komplettiert die gesamte Modell­palette mit Elektrovarianten. Das heisst, dass der Fortwo, der Fortwo Cabrio sowie auch der vierplätzige Forfour alle als Electric Drive verfügbar sind. Wer seine ökologische Verbundenheit seinen Mitmen­schen gleich auf den ersten Blick präsentieren will, kann dies mit einer, exklusiv für Electric-Drive-Modelle erhältlichen, Kontrastlackierung in Grün tun. Antriebsseitig kommt ein Elektromotor zum Einsatz, der eine Leistung von 60 kW (81 PS) und ein maximales Drehmoment von 160 Nm liefert. Zum Rennwagen mutiert der Smart dadurch natürlich nicht, die Zeit von 0 bis 100 km/h liegt zwischen 11.5 und 12.7 s, alle Modelle sind bei 130 km/h elektrisch abgeriegelt. Die Batteriekapazität von 17.6 kWh soll für eine Reichweite von bis zu 160 km gut sein.

 

Nissan Micra

Viel gibt es noch nicht zu sehen von der nächsten Generation des Nissan Micra. Offiziell haben die Japaner im Vorfeld des Pariser Autosalons erst die Front mit Scheinwerfern und Kühlergrill und einen Ausschnitt der Heckansicht gezeigt. «Eine Revolution», kündigt Nissan für den neuen Kleinwagen an. Wie Spy-Shots der Testwagen gezeigt haben, ist der Micra gewachsen und verabschiedet sich in seiner fünften Generation auch von seinem runden Knutschkugel-Design. Erkennen lässt sich bereits, dass der Micra nun auch das neue Markengesicht trägt mit dem V-förmigen Chromelement, das das grosse Emblem umgibt, und den Scheinwerfereinheiten mit winkelförmigem Tagfahrlicht. Mit dem kantigeren Design und dem kleinen Dachspoiler wird der Look des Micra auf jeden Fall sportlicher.

 

Audi Q5

Audi gibt nur häppchenweise Informationen preis zum neuen Q5, der an der «Mondial de l’Automobile» Premiere feiert. So zeigen die Ingolstädter, dass die nächste Generation Q5 zum ersten Mal mit adaptivem Luftfahrwerk ausgestattet sein wird, das den SUV auch auf mögliche Offroad-Einsätze vorbereitet. In anderen Teasern kündigt Audi an, dass der Kofferraum gegenüber dem Vorgänger gewachsen sei, dass neuste Connectivity-Features verbaut sein würden sowie dass der Q5 auf die neuste Lichttechnik setzen werde, mit adaptiven Voll-LED-Scheinwerfern und LED-Rückleuchten. Die MLB-Plattform (Modularer Längsbaukasten: Motor/Getriebe vorne längs) teilt sich der SUV mit dem grösseren Q7 oder auch dem A4, was die Möglichkeit für Front- oder Allradantrieb offenlässt.

 

Hyundai RN30

Die Studie Hyundai RN30 baut auf dem Design des ebenfalls neuen i30 auf und  wurde in enger Zusammenarbeit von Hyundai Motorsport, dem technischen Entwicklungszentrum in Europa und der High Performance Division entwickelt. Die Studie besticht durch ihren aggressiven Look mit den grossen Felgen, den breiten Radkästen und dem riesigen Heckspoiler. An der Front nimmt der RN30 den sechseckigen Kühlergrill auf, der das Markengesicht der Koreaner prägt und ergänzt diesen mit «zusammengekniffenen» Scheinwerfern, prägnanten Nebelscheinwerfern und einem Frontsplitter. Was unter der Haube steckt, will Hyundai noch nicht verraten, verspricht aber «High-Performance-Technologien», die «aufregende Hochgeschwindigkeitsfahrten» ermöglichen sollen.

 

Mitsubishi GT-Phev Concept

Mit der Studie «GT-PHEV Concept» richtet sich Mitsubishi stärker auf SUV und Elektroantriebe aus. Der in Paris als Mittelpunkt von Mitsubishis Messeauftritt geplante SUV mit Plug-in-Hybridsystem verfügt über ein «Triple Motor»-Allradkonzept mit – Sie ahnen es! – drei Elektromotoren. Somit wird dem diesjährigen Ausstellungsmotto «Driving Beyond: Another Step Forward with SUV and Electric Power» in perfekter Weise entsprochen. Konkrete Leistungswerte zum GT-PHEV Concept hat Mitsubishi nicht bekannt gegeben, aber der SUV solle rein elektrisch bis zu 120 km weit kommen. Das «GT» in der Fahrzeugbezeichnung steht übrigens für «Ground Tourer», was wiederum ein Wortspiel auf «Grand Tourer» ist, ein Begriff, welcher üblicherweise schnellen und luxuriösen Sportwagen zusteht.

 

VW EV-Concept

Kann dieses Elektroauto den Autoriesen aus seinem Dieselskandal hinaus und in eine lichte, elektrische Zukunft hieven? Der EV-Concept wird ein eigenständiges Design aufweisen, sodass er sich von VWs thermisch betriebenen Autos abhebt. Leider hat VW kaum Details über sein Concept-Car verlauten lassen, ausser, dass es auf dem neuen «Modular Electrification Kit MEB» (modulare Elektrifizierungs-Baukasten) beruht und mit einer Akkuladung 400–480 km weit kommen werde. Der EV-Concept «signalisiert VWs Eintritt in eine neue Epoche», liess der Konzern verlauten. Und: «Das Fahrzeug ist vergleichbar revolutionär, wie es der Käfer vor sieben Jahrzehnten war.» Der  neue Wagen werde bei Abmessungen eines Golf mit dem Raumangebot eines Passat-Mittel­klassewagens aufwarten können.