WENIGER TODESOPFER

Die Zahl der tödlich verunglückten Menschen im Strassenverkehr ist im letzten Jahr gesunken.

Erfreuliches passiert auf Schweizer Strassen: Die Zahl der tödlich verunfallten Personen ist im vergangenen Jahr gegenüber 2015 um 15 Prozent gesunken. Insgesamt verunglückten 216 Personen tödlich. Seit Beginn der landesweiten Zählung 1940 war der Wert nur 1945 mit 211 Getöteten geringer. Allerdings lag damals der Motorfahrzeugbestand um ein Vielfaches tiefer, nämlich bei 46 212 Fahrzeugen. Diese Zahl ist insofern nicht ganz repräsentativ, da viele Fahrzeuge wegen der allgemeinen Rationierung (auch von Treibstoff) stillgelegt waren. 1948 war der Motorfahrzeugbestand bei 188 762 Einheiten angelangt. 1971, auf dem tragischen Höhepunkt des Unfallgeschehens, waren bei fast 30 000 Unfällen 1773 Personen getötet worden. Seither ist die Zahl kontinuierlich gesunken – um insgesamt 88 Prozent. Diese Zahlen sind angesichts des Jahr für Jahr steigenden Motorfahrzeugbestandes bemerkenswert.  So sind heute 6.050 Mio. Fahrzeuge registriert, davon 4.570 Mio. Personenwagen. Die Entwicklung unterstreicht, dass die zahlreichen Präventionskampagnen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) langsam Wirkung zeigen. So waren es 2012 noch 339 Personen, die tödlich verunfallten, auch bei einem tieferen Motorfahrzeugbestand.

Bei den Motorradfahrern sank die Zahl der getöteten Personen ebenso. 2016 wurden bei Verkehrsunfällen 43 Menschen tödlich verletzt  (–35 Prozent), gegenüber 2015. Bei den Insassen von Personenwagen starben wie im Vorjahr 75 Menschen. Die Zahl der Schwerverletzten sank um 1 Prozent.

Die Zahl der Todesopfer bei den Velofahrern blieb gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert, es war 1 Person weniger als im Jahr 2015. Demgegenüber stieg die Zahl der Schwerverletzten von 838 auf 854 Personen  leicht an.

Weniger erfreulich sieht es bei den
E-Bikes aus. Hier war ein deutlicher Anstieg der Unfallopfer zu verzeichnen. Mit insgesamt 210 Unfallopfern (Getötete und Schwerverletzte) zeigen die Zahlen eine steigende Tendenz.  Zwei Drittel davon sind Personen über 50 Jahre. Gut möglich, dass sich ältere Personen überschätzen beziehungsweise die Gefahren und das Tempo eines E-Bikes massiv unterschätzen, denn mit einem E-Bike mit Tretunterstützung kann man bis maximal 45 km/h unterwegs sein.


Weniger Fussgänger verunglückt

Bei den Fussgängern zeichnet sich bei der Zahl der Todesopfer ebenfalls eine erfreuliche Entwicklung ab. Die Zahl der bei einem Unfall getöteten Fussgänger sank um 14 Prozent auf 50 Todesopfer. Leider waren unter diesen Toten vier Kleinkinder zu beklagen. Sie verunglückten alle abseits von Fussgängerstreifen. Knapp die Hälfte der getöteten Menschen waren Senioren, auch diese verstarben abseits von Fussgängerstreifen.  Die Gründe hierfür liegen vielleicht darin, dass der Verkehr ganz allgemein hektischer geworden ist und ältere Menschen sich nicht mehr darin zurechtfinden. Die Sehkraft und das Gehör lassen im Alter nach, was sie verwundbarer macht. Umso wichtiger ist es, dass Autofahrer diesem Umstand Rechnung tragen und vor Fussgängerstreifen strikte anhalten und nicht nur abbremsen. Anderseits sollten auch Senioren nicht unvermittelt auf die Strasse treten. Ein kurzer Blick zum Autofahrer kann viel Unheil vermeiden helfen.

Getötete 2012 2013 2014 2015 2016 Δ 2015 – 2016
alle Getöteten 339 269 243 253 216 37  -15%
nach Verkehrsteilnahme
Personenwagen 104 103 97 75 75  0  0 %
Personentransportfahrzeuge 32 0 3 2 1 1  –50 %
Sachentransportfahrzeuge 7 6 5 4 2 2 50 %
Motorräder 74 55 53 66 43 23 35 %
Motorfahrräder 3 8 1 3 6 + 3 + 100%
E-Bikes 8 4 5 14 9 5  –36 %
Fahrräder 28 17 29 25 24 1  –4 %
Fussgänger 75 69 43 58 50 8 14 %
Andere 8 7 7 6 6  0  0 %
nach mutmasslicher Hauptursache
Alkoholeinfluss 40 35 24 30 28 2 7 %
Geschwindigkeitseinfluss 48 37 37 29 30 + 1 + 3 %
Unaufmerksamkeit/Ablenkung 29 23 18 19 20 + 1  + 5 %
nach Strassenart
auf Autobahnen/-strassen 73 29 26 30 28 2 7 %

N/A: nicht verfügbar, N/C: nicht berechenbar

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