Vom Allradkombi zu Europas Kassenschlager

FAMILIENOBERHAUPT Beim ersten Mitsubishi Outlander und seinen Geschwistern handelt es sich um unaufgeregte, geräumige SUVs. Aktuell gibt es nur noch den Mitsubishi und dies als Occasion hauptsächlich als Plug-in-Hybrid.

In Sachen Allradkompetenz gehört Mitsubishi zu den Grossen und historisch zu den Pionieren – Stichwort Pajero. Den Outlander gibt es seit 2002. 2006 kam es zur Kooperation mit PSA, 2012 trat der Outlander in der drit-ten Generation an, die 2015 und 2018 auf neu ge-tunt wurde. Peugeot und Citroën machen seit 2012 nicht mehr mit, bedienten sich dann aber für den C4-Aircross und den 4008 wiederum eine Zeitlang bei Mitsubishi mit der ASX-Basis. Der Outlander und die baugleichen 4007/C-Crosser von 2006 bis 2012 wollten keine typischen SUV sein, sondern – im Vorgriff auf vermutete gesellschaftliche Vorbehalte gegenüber groben Strassengeschützen – eher weichgespülte Allradkombis. Die erste und zweite Generation war 167 Zentimeter hoch, die aktuelle misst einen Zentimeter mehr – es bleibt beim grossen Einstiegskomfort des in Japan produzierten Outlander. Generation eins und zwei sowie die beiden Franzosen kamen aus den Niederlanden und verfügten über eine zweiteilige Heckklappe. Unter der etwas hoch gelegten Ladefläche gibt es grosse, nicht einsehbare Staufächer. Im Frontantriebsmodus ist die Traktion mit den drehmomentstarken Turbodieselmotoren mässig.
Outlander mit Zweiliter-Benziner (147 PS), Fronttriebler und Fünfgang-Handschaltung kamen ganz wenige auf den Markt. Gut gefragt war hingegen die dritte Sitzreihe in allen drei Modellen. Eine Zeitlang wurden im Outlander Pumpe-Düse-Dieselmotoren von Volkswagen mit 140 PS verbaut.

Zuerst diesellastig
Die 2.4-Liter-Benziner mit 170 PS gab es im Peugeot und Mitsubishi wahlweise mit einer stufenlosen Getriebeautomatik. Das Occasionsangebot des Trios ist diesellastig, hauptsächlich auf den 156 PS starken 2.2-Liter-Turbodiesel ausgerichtet und meistens an eine Sechsstufenautomatik gekoppelt. Die Bilanzen der Occasionsversicherer sehen für das Trio ordentlich aus. Man verzeichnet einige Schäden an der Motorperipherie, am Verteilergetriebe und an den Achswellen beim Mitsubishi, der Peugeot macht sich eher besser, über den Citroën gibt es zu wenig Informationen. Die Karosserie scheint sehr spät auf Sauerstoff zu reagieren. Die Experten auf den Motorfahrzeugkontrollen filtern häufig poröse Stabigummis und ungleich abgefahrene Reifen heraus. Ölfeuchtigkeit am An-trieb kommt kaum vor. Die Abgasanlagen halten lange. Bei der zweiten Nachkontrolle und ab Generation drei ändert sich das Bild.

So sieht der Outlander PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) aktuell aus.

Neues Kapitel PHEV
2014 schlug Mitsubishi mit der Einführung des Outlander PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) ein neues Kapitel auf. Äusserst erfolgreich, ist anzufügen, denn seither ist der fünftürige Kombi der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Europa. Sieben Sitze gibt es für den PHEV nicht.
Der 2.4-Liter-Vierzylinder mit zwei leistungs-verzweigten E-Motoren schafft 203 PS Systemleistung und schickt diese über eine CVT-Automatik auf alle vier Räder. Mit einem Diesel wollen die Ja-paner seit Kurzem nicht mehr dienen, und die Zweiliter-Benziner mit 150 PS spielen nachfrage-mässig eine Nebenrolle. Als Günstigvariante mit Frontantrieb hat der Outlander eine Fünfgang-Handschaltung. Aus der Schweiz gibt es zum Outlander ab 2014 kaum noch Informationen aus den Musv.paotorfahrzeugkontrollen. Aus Deutschland, Frankreich und Schweden erreichen uns Hinweise über Ölundichtigkeiten am Motor sowie über frühzeitigen Verschleiss der Auspuffanlage. Sowohl PHEV als auch die Benziner sind der Sorte Tranquilizer zuzuordnen. Mit leichtem rechten Fuss kann man den PHEV gut 50 Kilometer rein elektrisch fahren. Die Batterien lassen sich an einer 230-Volt-Normalsteckdose innert fünfeinhalb Stunden aufladen. Der Plug-in-Hybrid wird mit 41 g CO2/km in der Emissionskategorie A eingestuft. Der Verbrauch ist stark einsatzabhängig, am besten macht sich der Outlander im Stadtverkehr. Gute Platzverhältnisse und leicht durchschaubare Bedienung zeichnen auch die PSA-Vertreter aus. Die Occasionenpreise sind vergleichsweise günstig, Ausnahme ist der PHEV.


Occasionsmarkt ebenfalls Rückläufig

Gemäss dem Datenlieferanten Auto-i-Dat gab es im ersten Halbjahr 2019 3.3 Prozent weniger Halterwechsel als im gleichen Zeitraum 2018. Insgesamt ordnete Auto-i-Dat bis Ende Juni 397 122 umgeschriebene Personenwagen dem Occasionshandel und privaten Transaktionen zu. Die Zahl der erstmals zugelassenen Personenwagen betrug in derselben Periode 157 136 (–0.5%). Das Verhältnis von Neu- zu Occasionswagen entspricht 39.6 zu 60.4 Prozent. Im Unterschied zu umliegenden Ländern gibt es in der Schweiz keine offizielle Zahlen zum Gebrauchtwagenhandel. Um ein Bild dafür zu erhalten, sortiert der Datenlieferant der Autobranche aus den vom Bundesamt für Strassen monatlich gelieferten Daten mit den Fahrzeugausweis-Umschreibungen jeweils die Kantons- und Versicherungswechsel sowie die interimistisch stillgelegten Autos aus.

Von 2006 bis 2012 liessen Peugeot mit dem 4007 und Citroën mit dem C Crosser ihre ersten SUVs von Mitsubishi bauen.